Worte zum zweiten …

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Worte zum Wesentlichen beugen oder strecken. Auf ihren Wellen reiten oder mit ihnen im Trüben gründeln. Hand in Hand mit ihnen spazieren gehen oder ringen. Manchmal auch verstecken spielen oder Gummitwist, dann sie, wie die rote Billardkugel, im Loch versenken. Sie im Mondschein zu Gesang werden lassen. Ihre Silben schlagen den Takt, Füße, die nur noch für Sekunden die Erde berühren. Arme zu Flügeln. Ihnen lauschen. Ihrem Flüstern, ihrem Dahinter und Dazwischen. Ihren Geheimnissen eine Verbeugung schenken, ihre Tiefen ergründen. Stunde für Stunde, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Vielleicht habe ich dann am Ende sprechen gelernt.

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Words flexing to the essential or stretching. To ride on their waves or to fish with them in the mud. To walk hand in hand with them or struggling. Some times playing hide-and-seek, rubber-twist as well, then, like the red billardball, to founder them into the hole. To let them become a canto in the moonlight. Their syllables do the rhythm, feet, which reach the earth for seconds only. Arms to wings. Listen to them. To their whisperings, their beyond and inbetween. To give their confidence a bow, to fathom their deepness. Hour for hour, day for day, year for year. At the end I`ll learned talking, maybe …

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23 Gedanken zu „Worte zum zweiten …

    • man wird einfach kopflos, wenn man im Trüben gründelt und eine Rostgans ist 😉 – von Uta durfte ich lernen, dass es eine Rostgans ist … noch spannend, vielleicht bin ich ja auch kopflos, wenn ich zu viel gründele … who knows?!

      hab einen guten Tag an der See, hier schneit es jetzt dann doch auch wieder, aber mäßig!
      liebe Grüße Ulli

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      • Der Ringkampf als solches hat zwar eine ehrwürdige Geschichte, aber scheint mir weder für Außenstehende noch für die Ringer selbst so eine erfreuliche Angelegenheit zu sein. Schwimmen, vor allem mit dem Strom, ist doch viel schöner, oder?

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      • JA

        du hast ja so Recht, irgendwie hat mich dieser Winter wieder zur Grüblerin werden lassen und da zerdenkt sich so mancher Satz … noch schlimmer ist dieses vergleichen, mich messen, das alles ist kontraproduktiv und irgendwie schwimme ich so rum in den letzten Wochen – gestern dachte ich noch: ich stecke im Packeis fest, nicht wirklich gemütlich 😦

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  1. It doesn’t matter how hard we try to understand or make ourselves understood, when it comes to feelings, we realize that mere words can be deceptive. We must polish and set them in sentences in the hope that they speak directly to the heart.
    Heartily
    m

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  2. Und wenn man zu viel von ihnen hin und her schiebt, kann es passieren , dass …

    … sich zuerst die Worte verwirren , dann verwirren sich die Begriffe, und schließlich verwirren sich die Sachen. Sagt zumindest eine chinesische Weisheit. 🙂

    Ist nicht so einfach durch den Wörterwald zu finden und für alles das richtige Wort zu finden, es zu beugen, zu strecken, es mitzunehmen oder liegen zu lassen, mit ihm zu tanzen oder zu spazieren.

    Es lebe das stetige Suchen und Finden. Du machst das gut. 🙂

    Liebe Grüße, Szintilla

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    • da haben die Chinesen solch wunderbare Weisheiten und dann diese unsägliche Politik … aber ja, das ist ein anderes Thema-

      mir tut dein Lob gerade gut- mir ollen Zweiflerin, die ich gerade bin – herzlichen Dank und Gruß Ulli

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    • poh, liebe Mützenfalterin, dein Lob haut mich gerade um … danke dir – weißt … ich bin gerade eine winzige Frau …
      und Hilde Domin, ja die verehre ich auch sehr!
      herzlichen Dank und Gruß Ulli

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  3. einen bogen schlägst du um den wortbrunnen herum – aus dem du wieder und wieder schöpfst.

    irgendwo in jedem garten steht ein baum mit zweifeln dran. die einen gärtnerInnen düngen ihn zu sehr, andere lassen ihn verdorren. ein bisschen von seinen früchten ist jedoch medizin für uns. zu viel ist gift für unsere organe, die die worte, die wir trinken, verdauen und ausscheiden. zu wenig macht uns eitel und glatt.

    herzlich, soso

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  4. Wörter im Loch versenken wie die rote Billardkugel, das mag ich besonders. Auch „Vielleicht habe ich dann sprechen gelernt“. Was zwar von einer gwissen Bescheidenheit/Zweifeln zeugt, aber nicht nur, denn sprechen lernen ist ja nicht per se das Gleiche wie gut schreiben können. Ein schöner Gedankentext.

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    • du hast Recht sprechen und schreiben sind nicht das Selbe, aber an beidem zweifel ich gerade herum. Natürlich kann ich sprechen, auch schreiben, aaaber … fühle mich wie von Packeis umschlossen … hocke schon den halben Tag an einem Text und zweifel und zweifel … ich mag diesen Zustand auch nicht sonderlich und die gute Nachricht? Es geht vorbei, wie immer alles vorbei geht, egal wohin … seufz …
      herzlichst Ulli

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      • Jetzt merke ich, dass ich mich schlecht ausgedrückt habe, ICH muss wohl sprechen/schreiben lernen in dem Sinne, wie ich es bei dir NICHT gemeint habe – ist aber auch manchmal schwierig mit der Sprache, schnauf! 😉
        Ich meinte mit „sprechen lernen“ nicht, sich „richtig“ auszudrücken und das, was man denkt, fühlt, gut zu formulieren, sondern eher, man selbst zu sein, vollkommen authentisch, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
        Das ist aber gar nicht das, was du meintest. So habe ich meine „Fremdgedanken“ in deine Worte hineinprojiziert, auch interessant! Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist.
        Wie auch immer, ich wünsche dir, dass das Packeis bald bricht und es wird, ganz sicher, denn – wie du sagst, alles geht irgendwann vorbei, auch seufz…
        Einen schönen Abend für dich, Ute

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      • das ist heute ja ein feiner Austausch mit dir 🙂 You made my day …
        ich mag ja die Gedanken der anderen zu ein und dem selben Text, die verschiedenen Assoziationen und Gedankenspaziergänge – und ich finde schon, dass es, auch jetzt, wo du genauer wirst, passt
        es ist ja genau die Kunst authentisch zu sein und zu bleiben, das gilt ja auch für Texte und Geschichten – ich mag mich nicht verbiegen, mich auch nicht mit fremden federn schmücken, will doch genau das … Authentizität, meine eigene Handschrift, meinen eigenen Blick, meinen eigenen Strich – ich glaube bei den Bildern gelingt mir das schon ganz gut, aber bei den Texten vergleiche ich mich gerade viel zu viel, obwohl ich weiß, dass ich dann nur immer wieder verlieren kann …
        Soso hat das heute so schön mit dem Bild vom Baum im Garten beschrieben, meine gerade anhaltenden Zweifel vergiften den Fluss …
        ich habe das Stoppschild schon in der Hand – lach

        hab du auch einen feinen Abend, ich mache jetzt endlich mal die Kiste aus und gehe hoch zum Buch …
        Ulli

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  5. Mir fällt dazu ein … Wenn man gelernt hat , zu anderen zu sprechen, hat man manchmal vielleicht auch verlernt, für sich selbst zu sprechen. Wir gehen auch in der Sprache ständig Kompromisse ein. Oder – wenn wir es umdrehen – wollen wir Treffer versenken, gewinnen, die Billiardkugel reinkriegen. Es ist ein Dilemma zwischen uns selbst und denen, die wir erreichen wollen. Demnach ist Sprache sehr oft eine Verzerrung dessen, was wir eigentlich sagen wollen. Und manchmal nur ein fauler Kompromiss. Doch eben auch der einzige Weg raus aus uns zu den anderen …

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    • für mich sollte es die Kombination von beidem sein, einerseits möchte ich authentisch sein, in dem, was ich sage und schreibe, andereseits möchte ich, soweit es überhaupt möglich ist, verstanden werden. – letztlich ist und bleibt es immer wieder nur eine Annäherung – Sprache, ohne Mimik und Gestik, nur gelesen, führt uns doch oft nur zu uns selbst und dem, was in uns ist … ein sehr spannendes Thema, aber gerade reicht meine Konzentration nicht mehr, ich muss mal in die Sonne, meinen Kopf auslüften, der qualmt mittlerweile nach dieser ausführlichen Runde …
      danke dir sehr …

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