DenkMal für GroßeMütter

Das Thema weitet sich aus. Es zeigt sich, dass die Idee tiefer will.

Ich habe während der letzten Woche sehr viel Zuspruch für diese Idee erhalten, es scheint, als ob dieses Thema wirklich dran ist. Die überwältigende Zustimmung macht mir Mut dem Projekt zu folgen, ihm Boden und Flügel zugleich zu schenken.

Es sammeln sich hier nicht nur Bilder, Namen und Lebensdaten, sondern auch kleine Geschichten dazu. Geschichten, die nicht weniger berühren, wie so viele Gesichter der Großmütter.

Aber es wuchsen auch Fragen:

–                     wie soll ein Enkel damit umgehen, wenn er einerseits von dem Projekt begeistert ist, aber andererseits weiß, dass die Großmutter eine Frau war, die sich weder gerne fotografieren ließ, noch gerne in der Öffentlichkeit, im Mittelpunkt stand. Gilt dies nicht zu respektieren?

Ja, das gilt es.

–                     Ebenso gilt es den Wunsch einer Enkelin zu respektieren, die mir gerne ein Bild ihrer Großmutter zeigen und die dazugehörige Geschichte erzählen wollte, aber mich bat, weder das Foto, noch die Geschichte zu veröffentlichen.

–                     Wie räume ich einen Platz für diejenige ein, die keine Fotos besitzt, aber eine Geschichte zu erzählen hat?

Bei all dem spüre ich das Bedürfnis zum einen erzählen zu wollen, zum anderen der Großmutter, Oma, die, wie eine Freundin schrieb, Erdung, Wärme und nährend war, die ihre Rolle als Behüterin wahrnahm ein DenkMal zu setzen. Frauen, die selbstlos Schmerz, Verlust, Krieg, Verfolgung, Armut, Flucht, herrische Ehemänner und … trugen, ihre Kinder und Kindeskinder begleiteten.

GroßeMütter, die übersehenen Heldinnen der Alletage, denen ich nun mit eurer Unterstützung ein DenkMal in Bildern UND euren Worten setzen möchte. Das ist das erste Neu, das zweite ist, dass ich Anonymität wahren möchte.

–                     Was sagen Namen und Lebensdaten denn wirklich?

Es gilt das Bild an sich, sowie die Worte der Enkel.  Mittlerweile haben sich hier einige Bilder angesammelt. Ich schaue in Augen, in denen Tiefe geschrieben ist, nicht selten von Lachfalten umrahmt, aber ich sehe auch gebeugte Rücken, Versunkenheit und Schmerz. All das braucht Raum und so wandelt sich auch die Form der Präsentation. Neben den Passbilderreihen wird es Einzelbilder geben, sowie Raum für einzelne Geschichten, damit ihr eine Vorstellung bekommt hier ein Beispiel (hierfür habe ich die zwei Bilder meiner Omas genommen, natürlich wird auf den Passbildreihen immer ein anderes Gesicht erscheinen …

4.

 

Das Projekt ist erst eine Woche jung, es darf sich in seinem Wachsen wandeln, es darf sich vertiefen und weit werden!

Wer von euch schon Bilder und Geschichten gesendet hat, aber nicht möchte, dass die Geschichten aufgeschrieben werden, die, der teile mir dies doch bitte mit. Wer hingegen aber mehr erzählen möchte, die, der ist herzlich Willkommen.

Wie schon gesagt, das Ganze bleibt anonym!!!

Allerdings möchte ich gerne euch, die ihr dieses Projekt unterstützt, namentlich erwähnen, es sei denn, ihr wollt dies nicht, dann bitte ich um eine Mitteilung.

An dieser Stelle noch einmal mein herzlichstes Dankeschön an alle, die mich bis hierher schon unterstützt haben, ohne euch, kann dieses Projekt nicht wachsen. Ihr seht mich berührt und dankbar.

 

Advertisements

12 Gedanken zu „DenkMal für GroßeMütter

    • liebe Mützenfalterin,

      das ist ein feiner Link und überhaupt eine interessante Seite, die ich näher kennenlernen möchte- danke dir fürs teilen!
      es freut mich, dass meine Idee bewegt und glaub mir, über so manche Mail, so manches Bild sitze ich, bin berührt und manchmal schießen mir sogar Tränen in die Augen … ja, es wächst und ich bin sehr gespannt wohin es mich/uns führt.

      liebe Grüße
      Ulli

      Gefällt mir

    • vielen Dank, liebe Sonja, habs mir als Manuskript runtergeladen, das Buch habe ich gelesen, bin gespannt aufs Interview! ja, ich kann die Zeit der Kriege und was es alles mit den Menschen gemacht hat, speziell das dritte Rech, nicht von diesem Projekt trennen- und beschäftige mich gerade noch einmal sehr intensiv damit, sicherlich gibt es irgendwann etwas dazu im Blog zu lesen, aber Zurzeit plage ich mich und muss mal pausieren … 😦

      Gefällt mir

  1. Pingback: was ist der Mensch den Menschen? |

  2. Pingback: Spurensuche und Flügel – Search for tracks and Wings |

  3. Danke für das Angebot, mich an dem Projekt beteiligen zu können. Die Bedenken, die Du aufgezählt hast, bewegen mich auch. Zudem weiß ich nicht, welche Geschichte ihr gerecht werden könnte. Es war ja auch schon erwähnt, dass man diese lieben und tüchtigen Menschen nicht so richtig partnerschaftlich kennen gelernt hat.

    Gefällt mir

    • die Erinnerngen sind sehr unterschiedlich und ich habe auch TeilnehmerInnen deren Großmütter noch leben –
      ich frage mich gerade, ob man eine Großmutter wirklich „partnerschaftlich“ kennenlernen kann, muss man dazu nicht erst einmal selbst erwachsen geworden sein? Erwachsen sein, so wie ich es verstehe ist ein langwieriger Prozess, das ist der Mensch nicht mit 18 und sehr selten schon mit 35 …

      Die Mütter, Großmütter (natürlich auch die Väter und Großväter, aber um die geht es hier ja nicht …) nehmen eine spezielle Rolle im Gefüge der Familie ein. Ich darf es gerade selbst erleben, bin seit fast einem Jahr Großmutter und nehme mich im Verhalten gegenüber der Kleinen doch sehr anders wahr, als damals, als ich Mutter war … und auch hier war für mich immer die Frage nach der Freundschaft, die ja so populär geworden ist- sicherlich verbindet mich mit meinen Kids mittlerweile auch eine Art Freundschaft, aber in erster Linie war und bin ich Mutter (nun eben mit anderen Vorzeichen-) – hierbei ging und geht es ums DaSein, um zu unterstützen, zu beraten, früher galt es ihnen, soweit es mir möglich war, die Welt zu erklären und für sie einen Ort zu schaffen, indem sie sich geborgen fühlten, sicher und frei. Frei in den Grenzen, die jeder Mensch, auch eine Mutter hat und zeigen soll – Grenzen hat auch das Außen, das galt es ebenfalls zu vermitteln und, und, und … partnerschaftlich heißt für mich die selben Augenhöhe einzunehmen und bleibt für mich nun als Frage im Raum stehen, ob dies mit Enkeln/Kindern wirklich möglich ist. Ich danke dir für diesen Gedankenanstoß-

      nur fürs Verstehen des Projektes: es muss keine Geschichte sein, es kann-
      an sich sammel ich Bilder – Cambra Skade (Künstlerin) sendete mir ein Bild von ihrer Großmutter, eine Collage aus Farbe, einem Foto und Haaren …

      herzliche Grüße
      Ulli

      Gefällt mir

  4. Pingback: von Fokus, Prioritäten und Blickwinkeln – about focus, priorities and angles of view |

  5. Pingback: das Großmutterprojekt |

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s