zu enges Korsett

29a 05.01.13 Selbstporträt, das zu enge Korsett von Ich

Wo wohnt es? Wie schmeckt es? Welche Farbe und welchen Geschmack hat es?  Wie ist sein Name?

 Was … ist ein Name?

Was mehr als bunte Kleider zum verkleiden, Mäntel zum ummänteln, Mascara und Lippenstift, Ohrgehänge, ein rotes Mützchen.

Grenzwälle fürs blaue Auge und verbeulte Hüte.

Beuteln kann es. Aber ja … und wie! Es flüstert, nagt, giert, schnurrt, verheißt, lullt und lügt, deckelt, schmarotzt, neidet, stiehlt, schmeichelt, verführt, unterdrückt, beherrscht.

Was es nicht alles kann!

Es meint auch und denkt und vermutet, debattiert und sinniert, liebt und hasst, meidet, sucht, ahnt und sehnt sich, glaubt, weiß und fragt.

 Who is who?

Man kommt nicht aus mit einem, wenn man’s recht bedenkt! Dicke Bücher füllten sich mit und über Ich. So einfach aber lässt es sich nicht fangen. Kein Durchleuchten, kein Ultraschall, kein CT, kein Schmetterlingsnetz.

 Und Geist? Und Seele?

Von Gott ganz zu schweigen …Wo wohnen die? Wie schmecken sie? Und welche Farbe haben und wie riechen sie? Meister stellen Schüler solche Fragen.

Närrin sein für eine Weile. Des herannahenden Frühlings Kleider. Grün und weiß und gelb die Bänder, klingelingeling die Schellen, groß die Schuh, groß der Schritt- über modernde Grenzen.

 Kein Zögern, kein Zweifel, keine Furcht.

 Närrin sein heißt in ihren Schuhen gehen. Eingerissen- das Korsett. Ich ist tot, lang lebe ich!

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22 Gedanken zu „zu enges Korsett

  1. Wer auch immer das auf dem Foto ist: Es handelt sich um eine sehr hübsche Frau mit einem noch sehr jungen Kindchenschemagesicht.

    Deinen Text mag ich so gerne, liebe Ulli. Es stellt Fragen, aber frech und nicht müde oder bewohnt vom Gefühl globaler Sinnlosigkeit. Dann ist da Verspieltheit und Neugierde, die ich meine, wahrzunehmen, … Ja, eine Närrin scheint da zu fragen aus den Augen von Kindern. Und lässt die Meister fragend zurück.

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    • Neugierde und Verspieltheit trifft es ziemlich gut. Das, liebe Sherry, gehört wohl zum Gewand der Närrin, einem Archetypus, dem ich mich gerade zu nähern versuche, sowie ihr mehr Raum in mir zu schenken. Viel zu selten, so schien es mir, als ich in meinen Tagebüchern des letzten Jahres stöberte, hatte sie Zeit und Raum, um mit mir zu tanzen. Das darf sich gerne in diesem, noch immer neuen Jahr, ändern. Der Anfang ist gemacht.

      Und auf dem Foto das bin ich … vor zwei Jahren, als ich mit meinem Sohn eine Fotosession machte, es brauchte ein Bild für mein Buch und seine Präsentation (das aber war es dann nicht )- wir waren sehr albern … deine Worte schmeicheln mir doch schon alten Frau. Ja, alt ist relativ, es ist nur so, dass es in der Literatur eindeutig so ist, Frauen über 50 sind alt, wobei es meiner Meinung nach darauf ankommt, wie man sich fühlt und was man lebt, von daher bin ich nicht ganz so alt, wie mich die Literatur machen will.

      ich freue mich, dass dir der Text gefällt.

      hab einen feinen Tag
      liebe Grüße Ulli vom sonnigen Berg

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    • danke für deine Wünsche, aber, aber, liebe Uta ich bin so gar kein Fastnachtfan – ich beschäftige mich gerade mit dem Archetypus des Narren/der Närrin, vieles was ich schreibe ist eher metaphorisch zu verstehen, denn wortwörtlich 😉

      ich wünsche dir eine spannende Woche
      herzlichst Ulli

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      • Ich habe es auch im übertragenen Sinne gemeint und fand die Koinzidenz vom individuellen zum kollektiven Erleben passend 🙂 Einen neuen Namen habe ich! Demnächst mehr. Uta

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    • @ Elvira
      Das sah Abraham Lincoln geringfügig anders:

      „Lieber schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen“

      🙂

      @ Frau Blau
      Das ist ein schönes Foto von dir, was man hinterm Korsett erkennen kann. Habe eine feine Woche!

      Liebe Grüße aus Norfolk
      Dina

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      • liebe Dina,

        aber fragen und sprechen, wenn auch für beides Worte gebraucht werden, ist der feine Unterschied zu Konfuzius und Herrn Lincoln 😉

        genieße deine Ferien in Norfolk du Liebe
        herzliche AbendGrüße nach einem wunderschönen Tag sendet dir Ulli über das Meer

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    • danke sehr, liebe mb … mich freut das jetzt … SEHR 🙂
      als ich deine Antwort las, dachte ich an die Metapher: das zerbrechliche Gefühl der Sicherheit … wie fragil doch alles ist!

      liebe Grüße
      Ulli

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