Pina

Endlich habe ich den Film von Wim Wenders PINA gesehen! Beim anschauen dachte ich einmal: dieser Tanz, dieser Film darf nicht aufhören … als er dann doch endete war in mir eine Verbeugung.

Wenders ist eine Symbiose von Pinas Werk, ihrer Arbeit, ihren Tänzerinnen und Tänzern zusammen mit seiner eigenen Bildersprache gelungen. Der Film lebt durch die Körpersprache, in der die „Handschrift“ von Pina Bausch unverkennbar ist, sowie den Bildern und der Musik. Wenige Worte, aber von wenigen haben sich bei mir doch einige festgesetzt:

Tanze die Liebe

Tanzt, tanzt, sonst seid ihr verloren

Was ist deine Sehnsucht? Woher kommt sie? Wonach sehnt sie sich … deine Sehn-Sucht?

Themen, Fragen, die Pina Bausch zeitlebens beschäftigt haben, verwoben in dem ewigen Thema Frau und Mann. Die Facetten sind reich, gehen von Spiel zu Ringen, von Finden zum Verlieren, von der Sehnsucht zur Erfüllung, Werbung, Koketterie, Vereinigung, Trennung, einsame Zweisamkeit, Freude und Verzweiflung, Fülle und Leere Bettlerin und Kaiserin, all das wird sichtbar und vieles ist dazwischen.

Vertraut waren mir so viele Gesten bei gleichzeitig vielen Überraschungen im Neu, das ich nie erleben konnte.  Die Choreographien von Pina Bausch, getanzt von ihrem Ensemble waren und sind, auch in diesem Film, ein Erlebnis mit allen Sinnen, nie war es nur sehen und hören. Ein Fest für die Sinne, fürs Spüren, für die Orte jenseits der Worte.

Eine großartige Hommage und eine tiefe Würdigung für Pina und ihr Werk. Diesen Film werde ich noch viele Male anschauen!

(draufklick = groß)

diese Collage entstand nachdem ich die Nachricht von Pinas Tod gehört hatte

eine weitere Hommage von mir für sie könnt ihr auf meiner pixelismus Seite sehen: http://pixelismus.wordpress.com/2012/11/18/tanz/

22 Gedanken zu „Pina

  1. Steht auf meiner Liste der filme, die ich mir ansehen will. Danke für die Erinnerung! Und einen schönen Gruß in die Bergwelt … wir ist es, kaum zurückgekehrt, schon im warmen Rheinland zu kalt! Martin

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    • hoi, lieber Martin, da bist du ja schon wieder da, wie schön! Hier ist es übrigens überhaupt nicht kalt, sondern sonnig warm und schööön, die Gnade des Berges im November halt …
      einmal möchte ich den Film aber auch in 3D im Kino schauen, aber auch als DVD war es ein wirkliches Erlebnis und teuer ist er och nich ..

      gute Landung und bis bald wieder
      grüßt dich herzlich Ulli

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  2. klingt schön, wirklich. weisst du, was mir an der collage so auffällt? das bild unten rechts: da sieht sie irgendwie verkehrt aus, weil sie gespiegelt ist. bei den zwei kleinen kann ich es zu wenig sehen.
    spannend: die assymmetrie eines gesichtes lässt sich nicht einfach spiegeln ohne uns zu verfremden. wir selbst sehen uns ein leben lang nur gespiegelt (ausser auf fotos), während uns alle anderen immer „richtig“ sehen.
    das gibt mir jetzt grad zu denken …

    schöner artikel samt bild …
    herzlich, soso

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  3. ich glaube allerdings, liebe Sosos, dass das Bild rechts das Original ist, aber ganz sicher bin ich mir nicht – ja, über dieses Phänomen habe ich auch schon oft sinniert …
    den film leihe ich dir sehr gerne

    liebe Grüße von Berg zu Berg und dankeee
    Ulli

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  4. Ein ganz toller Film, eine Ikone der Kunst. Ich habe den Film 2x gesehen, kann dem nur zustimmen und empfehlen. Am stärksten jedoch hat mir den Film über die Jugendlichen die einen Sommer lang mit Pina getanzt haben beeindruckt.
    Herzliche Grüße aus Dublin
    Dina

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      • Liebe Fra Blau,
        der Film heißt Tanzträume und ist zu tiefst berührend. Teenager tanzen den „Kontakthof“. Es gibt einen Trailer auf youtube zu sehen, den Film gibt es auf DVD. Es ist überwältigend zu sehen wie die junge Menschen sich nach diesem Sommer mit Pina verändert haben. Und Pinas Auftritt ist mehr als sehenswert.

        Ein Film von Anne Linsel und Rainer Hoffmann
        über Jugendliche, die im Mittelpunkt der letzten, berührenden Inszenierung des Stückes „Kontakthof“ von Pina Bausch stehen.

        „Nicht wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt, interessiert mich.“

        Pina Bausch

        Im Sommer 2008 realisierte Pina Bausch ihr Stück Kontakthof mit Jugendlichen im Alter ab 14 Jahren. Junge Menschen, die bereit waren, sich zu entdecken und mitzuteilen. Ihre Jugendlichkeit, Unsicherheit und Neugier kreieren eine vollkommen neue Ausstrahlung des Stückes, das Pina Bausch zuvor 1978 mit professionellen Tänzern und 1998 mit Senioren ab 65 inszeniert hatte.

        Liebe Grüße aus Dublin,
        wir stärken und gerade vorm Literary Pub Crawl…. 🙂
        Dina

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      • dank dir, du Liebe, den werde ich mir auf alle Fälle besorgen!

        “Nicht wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt, interessiert mich.”
        mich auch 🙂

        herzliebe Grüße nach Dublin an dich, Klausbernd und die zwei Süßen
        Ulli

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  5. Den wollte ich auch schon immer sehen. Damals war ich etwas geknickt, dass ich ihn nicht mehr im Kino sehen konnte, aber man versicherte mir, der sei auch auf DVD ein Erlebnis. Einige Szenen habe ich mir bei Youtube angeschaut, irgendwie machte mich dieser unglaubliche Ausdruck sprachlos. Danke, dass du mich nochmal daran erinnert hast, dass ich ihn mir ja besorgen wollte.

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  6. ich bin mir sicher, dass dir der Film gefallen wird- sprachlos …ja, aber tiefe Berührungen. Als ich in den siebziger Jahren in Wuppertal lebte, habe ich jedes Stück, das neu von ihr auf die Bühne kam, mindestens dreimal gesehen … das letzte was ich sah war in den frühen Achtzigern, als ihr Partner plötzlich starb- dieses Stück ging so unter die Haut … ich finde es so schade, dass ich sie dann aus den Augen verlor, aber vieles an Bewegungen tanze ich heute immer noch (für mich allein oder mit dem Wind, wie heute Mittag auf freier Wiese … )

    liebe Grüße und hab ein schönes Wochenende
    Ulli

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  7. Pingback: Dead can dance |

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