Frau Blaus blaue Stunde 3. Teil

-Momentaufnahmen/Fließgedanken –

Bei all dem Viel im Jetzt, den tausendundeinen Augenblicken, den unzähligen Momentaufnahmen den Fokus halten. Das Überschäumende in einen Rahmen packen. Wieso eigentlich? Weil Grenzenlos keine Haltestangen hat? Stelen setzen für die Orientierung, den Halt?
Den Übermut bändigen. Wieso? Wer bändigt den Löwen im Urwald, den Bären im Eis?
Lang war die Wildnatur im Käfig. Hyänengleiches Hin und Her, Her und Hin. Dann brach es sich Bahn. Nichts mehr war zu halten. Kein Heulen, kein Schrei, kein Jammer, kein Schluchzer mehr. Das ging eine Weile. Bis still. Und die Welt? Sie hatte sich weitergedreht. Unmerklich, aber doch. Schmetterling flog herbei. Setzte sich auf die entblößte Haut. Trank Schweiß, Angst, Tränen und die Gitterstäbe. Mit leichtem Flug trug er sie ins Blau. Adler kreisten. Berge standen scheinbar still.

Ausufern, Grenzen überschreiten, dann wieder das Bett, der ruhige Fluss.
„Wenn du es eilig hast, mache langsam…“, wer hat das gesagt? Wer auch immer noch, es funktioniert!
Mit dem Flussbett weiter fließen, den Bahnen folgen. Manchmal steht etwas am Wegesrand. Manchmal steht etwas im Wege. Manchmal möchte etwas gepflückt werden. Manches zieht vorüber. Anderes will umrundet werden… einmal, auch zwei… dreimal, dann erst weiter. Nie ist es ein gerader Fluss. Nur Menschen ziehen Geraden.
Immer wieder so viel Angst ist zu riechen. Immer wieder so viel „um zu“. Freude und Hingabe beim fließen im Bett. Und ja! Auch darüber hinaus, beim ausufern und überschäumen. Ein Tänzchen mit den Nixen im Sonnenschein, schließlich ist Sommer und der Wind ein Lauer… Fokus dann wieder später. An Regentagen… vielleicht. Wenn Tropfen ins Fließen Kringel malen…

„… and I do, what I must do”, etwas tun, weil es getan werden muss. Besser noch getan werden will… möchte. Mit dem Drängen sein. Einfach so. Auch… um es zu teilen. Später. Vielleicht…
Sich teilen, sich verströmen, sich verschenken… aus Freude, aus Hingabe, aus Liebe…

Es sang die Trommel in die blaue Stunde hinein. Wind rauscht jetzt. Bringt Meeresduft aus Westen ins frisch gemähte Heu.

Heuernte… in den frühen Morgenstunden war sie zu riechen.
Heuernte… mähen, wenden, in Bahnen ziehen, zu Ballen pressen. Dann die Heimfahrt. Ein emsiges Hin- und Hergetreckere, bevor der Regen kommt. Erinnerungen an Heuhocken… oder wie hießen sie?
Heuernte… zwei Frauen wenden frisch Gemähtes mit der Gabel. Damalsbilder ziehen auf, von singenden Menschen bei der Feldarbeit. Wann war das? Und wo?
Heuernte… es brummen, sirren, tuckern und röhren Traktoren, Heuwender und Pressmaschinen. Einen besonderen Sound haben die Plastikumwicklungsvorrichtungen… mit Rhythmus im Getriebe.

Im Tal wieder ein Damalsbild: Heutrolle… oder doch Heuhocken?

(draufklick = groß)

Frau Blau wünscht Freude über und an diesem wundervollen neuen Tag 🙂

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4 Gedanken zu „Frau Blaus blaue Stunde 3. Teil

  1. Manchmal steht etwas am Wegesrand. Manchmal steht etwas im Wege. Manchmal möchte etwas gepflückt werden. Manches zieht vorüber. Anderes will umrundet werden… einmal, auch zwei… dreimal, dann erst weiter. Nie ist es ein gerader Fluss. Nur Menschen ziehen Geraden.

    das könnte ein songtext von den ochsners sein … ich höre eine melodie. wäre ich doch bloß musikalisch. der text ist sowieso wie eine melodie.
    schön. schön blau.

    ach, und der duft von heu! mmmmmmmmm …trolle aus heu … 🙂

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