Wochenenden können wirklich erholsam sein

Ja, dieses Mal ist es gelungen! Ein Wochenende für die Seele…

Am Samstag ein fünfstündiger Schwellengang, der nichts anderes, als ein Medizingang ist. Nur eben nicht von Sonnenauf- bis untergang. (siehe dazu auch: das wandern ist…)

Der Sonnenaufgang musste ohne mich stattfinden, wie leider so oft. Die Nacht war bis dahin noch viel zu kurz, zwei Stunden Schlaf reichen mir für solch eine Unternehmung nicht aus! Nicht mehr…

Es wird später Vormittag bis ich bei LieblingsSommerSonnenWetterSchein losgehe. LieblingsSommerSonnenWetterSchein… das ist ein tief dunkelblauer Himmel, so wie ich ihn nur von hier oben kenne. Hier oben  auf 1000m Höhe des Südschwarzwaldes… und von den Höhen der Alpen bei Ostwind, den Himmeln über Skandinavien. Geschmückt mit freundlich weißrunden Kumuluswolken, begleitet vom warm, die Haut streichelndem, Wind. Leicht sind Schritt und Herz.

Viel Lappland finde ich auf den Höhen des Südschwarzwaldes. Auch hier die weiten Flächen der Moose, der Birken und Nadelbäume. Etwas üppiger, vielleicht…

Bächlein, von Forellen bewohnt, murmeln zwischen den Weißtannen, Fichten, Birken, Eschen, Farnen, Flechten und Moosen. Dicke Polster auf Baumwurzeln laden zum Verweilen ein. Sommerlied zu lauschen. Hummelbrumm. Vogelzwitsch.  Grillenzirp. Fliegensurr. Lautlos die  Schmetterlinge mit unbekannten Namen flattern. Schwebend von Blüte zu Blüte. Selbst beim Wollgras machen sie halt. Lautlos auch die kleinen und großen, die roten und schwarzen Waldameisen. Ihre Lasten schleppend. Immer emsig, immer beschäftigt für ihr soziales Unternehmen.

Der Duft von Douglasienharz und Mädesüß streicheln die Nase. Düfte kann man nicht sammeln. Sie sind nur für den Augenblick. Lehrmeister der Einsicht ins Hier und Jetzt.

Walderdbeeren und Heidelbeeren laden zum naschen ein.

Ich bin gerne das Sommermädchen!

Sommermädchen tanzt

schärft die goldene Sichel

der Schnitt der Ähren ist nicht mehr weit.

Sommermädchen

ihr Kleid ist noch rot,

noch spricht sie nicht vom sterben.

Erst nach dem ersten Schnitt.

Die Trommel und ich singen unser Lied. Schwebewespen und Schmetterling machen es sich auf meinem Arm und Bein gemütlich. Schon bin ich Teil. Bin ich nicht mehr abgetrennt. Alle Dualität für einen kostbaren Moment des Seins aufgehoben…

Fünf Stunden keine Menschenbegnung, kein MenschenWir, nur LebenWir. Plätze winken mir zu. Laden ein. Zum Verweilen… War es der erste im Wald bei den Moosen, bei dem Bach mit den Forellen, war es der zweite am Wiesenrand, auf der Schwelle zum Wald in meinem Rücken, den sanft abfallenden Wiesen vor mir. War es der dritte, ein kreisrunder, umstellt von sieben Fichten, auf einer kleinen Insel, zwischen Ibach und Moosbach.

Und dann…  dann ist doch irgendwann immer alles „getan“. Alle Antworten gehört. Gespürt. Zeit Nachhause zu gehen. Ich hüpfe über den Moosbach, unter das freie Himmelszelt.

Schnell ist es gegangen. Von mir  unbemerkt. Die dicke graue Gewitterfront hat alles Tiefblau des heutigen morgens und nachmittags übermalt. Donnergrummeln in der Ferne.

„Wenn es blitzen, donnern und schütten wird, dann hocke ich mich in das kleine Kirchlein am Wegesrand.“ Ein stiller und dennoch geschichtsträchtiger Ort, mit einer fast schwarzen Madonna, links vor dem Altar. Aber es tröpfelt nur. Donner, Blitz und Regenschauer entladen sich über dem Rheintal, während ich dem Sonnenschein über unserem Zuhause entgegengehe.

Ankommen, Tee trinken, in den Garten gehen, Erd-, Stachel- und Johannisbeeren, rote und schwarze, pflücken. Mit Vanillezucker, dem echten, süßen und durchziehen lassen. Noch einmal gehe ich in den Garten, während die Polenta kocht- den Mangold schneiden. Ja! Der Sommer von seiner schönsten Seite ist da! Auch in unserem Garten. Wie üppig alles geworden ist, wie es immer noch mehr treibt, nach oben, zur Seite, blüht und grünt und rötet… es ist eine wahre Pracht. Selbst die Sonnenblumen haben sich erholt! Dankbarkeit und Freude in meinem Herzen, vollende ich das Mahl.

Am Abend dann das Feuer am Teich. Holz knistert und leuchtet, Luna steht im Süden, wandert gen Westen. Leise tönt die Trommel zum purpurlila Abendhimmel. Schweigen, erzählen, lachen. Irgendwo muss eine Party sein. Sphärische Klänge wehen über das Hochtal, untermalen die Stimmung dieses einzigartigen Abends, dieses einzigartigen Tages. Auch unken ein paar Kröten, quakt hier und da ein Frosch, brummen, wie schon den ganzen Tag, ab und an die Flugzeuge in die Sinfonie hinein. Sie gehören schon irgendwie dazu.

SCHLAFENSZEIT

NEUE ZEIT

Ja, es ist spät geworden, am gestrig reichen Tag!

Ausschlafen, liegen bleiben, den Träumen nachspüren. Frühstücken. Offen sein für das, was dieser Tag für mich bereit hält. Kein Plan! Erneute dicke graue Wolkenberge schieben sich vor das Fenster. Bald fällt der Regen in dichten Perlenschnüren. Willkommen! Also ein Tag zum kuscheln, muscheln, Seele baumeln lassen, ausgiebiger Körperpflege, Radio hören. Welch ein Geschenk! Ein zweistündiges Gespräch mit Bruno Ganz, den ich früher einmal heiraten wollte…

Mit dem Liebsten eine Weile kuscheln, gemeinsames köcheln und speisen. Es ruft noch ein Film und dann wird es auch heute wieder

SCHLAFENSZEIT

WOCHENENDEN KÖNNEN WIRKLICH ERHOLSAM SEIN

Ein Gedanke zu „Wochenenden können wirklich erholsam sein

  1. Pingback: Sommerlied oder das Südschild |

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